Maja Nöhrer

Von Österreich in die Staaten: Wie Maja Nöhrer im Mittleren Westen ihren Weg zum Profivolleyball fand

22. April 2026|4 Min. Lesezeit|
Ben Zechmeister

„Wenn die Nationalhymne spielt und du die amerikanische Flagge siehst, denkst du dir: Wow, ich habe es wirklich geschafft. Das ist mein Traum.“ Für Maja Nöhrer, ein Volleyball-Talent aus der Steiermark, war der Weg an die Northwest Missouri State University weit mehr als nur Sport – College Volleyball half ihr, ein Level an Disziplin und Leidenschaft zu entdecken, von dem sie vorher nicht wusste, dass sie es in sich hatte.

Spieltag-Magie

Der Wechsel von der österreichischen Liga in das US-College-System fühlte sich an wie der Schritt in den Profisport. Für Maja waren das Highlight nicht nur die Siege, sondern die Atmosphäre in der heimischen Volleyball Arena.

„Das Niveau in den Staaten ist definitiv viel professioneller. Du hast deinen eigenen Locker mit deinem Namen, erstklassiges Equipment und eine 24/7-Betreuung durch Athletic Trainer, um deinen Körper fit zu halten“, erzählt Maja. „Mein schönster Moment war unser Sieg gegen Washburn im Conference Tournament. Es war ein Fünf-Satz-Krimi – das Gefühl auf dem Feld in solchen Momenten ist unbeschreiblich.“

College Volleyball locker at Northwest Missouri State University

Die physische Transformation

Eine der größten Überraschungen für Maja war der Fokus auf Krafttraining und Kondition. In Europa findet das Volleyballtraining meist ausschließlich auf dem Court statt. An der Northwest Missouri State wurde der Kraftraum zu ihrem zweiten Zuhause.

„Zuhause habe ich eigentlich nie wirklich an meiner Kraft gearbeitet. Hier konnte ich direkt sehen, wie die Arbeit im Gym – das Bankdrücken und die Power-Cleans – sich eins zu eins auf den Court überträgt. Es hat mich zu einer viel explosiveren Spielerin gemacht.“

Akademische Exzellenz: 4.0 GPA

Maja glänzte nicht nur auf dem Spielfeld. Sie war eine von zehn Teamkolleginnen, die es mit einem perfekten Notendurchschnitt von 1,0 (4.0 GPA) auf die „MIAA Academic Honor Roll“ schafften. In ihrem Studium der angewandten Gesundheitswissenschaften (Exercise Science) konnte sie das, was sie im Labor lernte – wie Stoffwechseltests und Biomechanik – direkt auf ihre eigene Leistung anwenden.

„Einen 1,0-Schnitt zu halten, während man DII-Sport spielt, ist nicht einfach, aber das Gemeinschaftsgefühl auf dem Campus macht es möglich. Alles ist direkt vor Ort – die Bibliothek, das Gym und das ‘Rec Center’, wo man alles von Basketball bis Pickleball spielen kann.“

Maja Nöhrer in front of the campus

Heimweh überwinden und eine neue Familie finden

Maja spricht ehrlich über die Herausforderungen: Die ersten Monate waren hart. Die Familie, Freunde und das Essen in Österreich zu vermissen, war eine echte Hürde für sie. Doch ihre internationalen Mitbewohnerinnen (aus Frankreich und Deutschland) und ihre amerikanischen Teamkolleginnen haben sie immer unterstützt.

„Am Anfang war es schwer, sich an die neue Kultur anzupassen. Aber meine Teamkolleginnen haben mich wie eine Schwester behandelt. Wir haben alles zusammen gemacht – von gemeinsamen Vision Boards bis hin zu Filmabenden. Wenn man eine schwierige Phase hat, muss man einfach mit den Leuten reden. Sie tun alles, um einem zu helfen.“

College volleyball players celebrating a point on the court

Das nächste Kapitel: Der Weg zum Profi

Der vielleicht beeindruckendste Teil von Majas Reise ist ihre Zukunft. Bevor sie in die USA ging, war sie sich nicht sicher, ob Volleyball ihre Karriere sein würde. Jetzt bereitet sie sich darauf vor, nach Europa zurückzukehren und professionell zu spielen.

„Die Zeit in den USA hat mir die Richtung gezeigt, in die ich gehen möchte. Es gab mir die Motivation und die Disziplin zu erkennen: Ich will Profi-Volleyballerin werden. Ich schaue mich nach Vereinen in Deutschland, Frankreich oder Italien um, um meine Karriere nach dem Abschluss fortzusetzen.“

Ihre Zeit im Mittleren Westen diente als „Profi-Labor“. Die Kombination aus biomechanischen Analysen im Studium und dem täglichen Training in der „Spring Season“ ermöglichte es ihr, ihre Technik auf Profi-Niveau zu verfeinern. Kurz vor ihrem Abschluss sucht Maja nicht nach einem typischen 9-to-5-Job – sie erstellt Highlight-Videos und kontaktiert Scouts.

Das US-College-System gibt dir die Motivation und die professionelle Disziplin, dein Potenzial auszuschöpfen. Ich suche jetzt aktiv nach einem Verein in den europäischen Top-Ligen. Ich möchte alles, was ich hier gelernt habe – die Kraft, die mentale Stärke und die ‘Never-Give-Up’-Einstellung – auf der Profi-Bühne unter Beweis stellen.

Für Maja war der "American Dream" nicht nur ein Uni-Abschluss – für sie hat der "American Dream" bedeutet, die Athletin zu finden, die sie schon immer sein sollte.

Majas Tipps für zukünftige Recruits:

  • Der "Two-Season"-Split: Der Herbst ist für den „Grind“ (2-3 Spiele pro Woche), während der Frühling für Weiterentwicklung und individuelle Skills da ist.
  • Die Community: Das Leben am Campus ist wie in einer „Bubble“, in der jeder deinen Erfolg unterstützt.
  • Durchhalten am Anfang: „Der Anfang ist hart, aber es wird so viel besser. Es ist eine Geschichte, die du dein ganzes Leben lang erzählen wirst.“

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